Bava Kamma 117

Kapitel 117

א אכלה סמדר רבי יהושע אומר רואין אותן כאילו הן ענבים עומדות ליבצר וחכ"א רואין כמה היתה יפה וכמה היא יפה רבי שמעון בן יהודה אומר משום רבי שמעון בד"א בזמן שאכלה לולבי גפנים ויחורי תאנים אבל אכלה פגים או בוסר רואין אותן כאילו ענבים עומדות ליבצר
1 Fraß es Traubenblüten, so betrachte man sie, wie R. Jehošua͑ sagt, als zum Winzern fertige Trauben; die Weisen sagen, man schätze ihn, wieviel er vorher wert war und wieviel er nachher wert ist. R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns: Dies gilt nur von dem Falle, wenn es die Ranken von Weinstöcken und Zweige von Feigenbäumen gefressen hat, wenn es aber unreife Feigen oder unreife Trauben gefressen hat, so betrachte man sie als zum Winzern fertige Trauben.
ב קתני מיהת וחכ"א רואין אותן כמה היתה יפה וכמה היא יפה ולא קתני בששים
2 Hier lehrt er also: die Weisen sagen, man schätze ihn, wieviel er früher wert war und wieviel er nachher wert ist, und er lehrt nicht: sechzigfach!?
ג אלא מאי אית לך למימר בששים ה"נ בששים
3 Du mußt also erklären: sechzigfach, ebenso ist auch dort sechzigfach zu verstehen.
ד אמר אביי ר' יוסי הגלילי ור' ישמעאל אמרו דבר אחד
4 Abajje sagte: R. Jose der Galiläer und R. Jišma͑él lehrten dasselbe.
ה ר' יוסי הגלילי הא דאמרן
5 R. Jose der Galiläer lehrte das, was wir eben angeführt haben,
ו רבי ישמעאל דתניא (שמות כב, ד) מיטב שדהו ומיטב כרמו ישלם מיטב שדהו של ניזק ומיטב כרמו של ניזק דברי ר' ישמעאל ר"ע אומר לא בא הכתוב אלא לגבות לניזקין מן העידית וק"ו להקדש
6 und R. Jišma͑él lehrte es in folgendem:<i>Das beste seines Feldes und das beste seines Weinberges soll er bezahlen</i>; das beste des Feldes des Geschädigten und das beste des Weinberges des Geschädigten – so R. Jišma͑él. R. A͑qiba sagt, die Schrift will damit nur sagen, daß Schädigungen mit Gutem zu bezahlen seien, und um so mehr gilt dies vom Heiligen.
ז ולא תימא כרב אידי בר אבין דאמר רב אידי בר אבין כגון שאכלה ערוגה בין הערוגות ולא ידעינן אי כחושה הואי אי שמינה הואי דאמר קום שלים שמינה במיטב דאיכא השתא דהכי לא אמרינן
7 Und man erkläre es nicht, wie R. Idi b. Abin es erklärt hat, wenn es nämlich eines unter den Beeten abgefressen hat und man nicht weiß, ob es ein mageres oder ein fettes war, daß er dann Ersatz für das Gute, das er jetzt hat, verlangen könne, denn dem ist nicht so,
ח מאי טעמא המוציא מחבירו עליו הראיה אלא במיטב דלקמיה ומאי ניהו כי היאך דסליק
8 weil derjenige, der vom anderen fordert, den Beweis zu erbringen hat; vielmehr meint er damit, daß er ihm das bezahlen müsse, was es später wert gewesen wäre.
ט אמר מר ר"ש בן יהודה אומר משום ר"ש במה דברים אמורים שאכלה לולבי גפנים ויחורי תאנים הא סמדר רואין אותן כאילו ענבים עומדות ליבצר אימא סיפא אכלה פגים או בוסר הוא דרואין אותן כאילו ענבים עומדות ליבצר הא סמדר רואין אותן כמה היא יפה וכמה היתה יפה
9 Der Meister sagte: R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns: Dies gilt nur von dem Falle, wenn es Ranken von Weinstöcken und Zweige von Feigenbäumen gefressen hat. Demnach sind Blüten als zum Winzern fertige Früchte zu betrachten; wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: Wenn es aber unreife Feigen oder unreife Trauben gefressen hat, so betrachte man sie als zum Winzern fertige Trauben. Demnach schätze man, wenn es Blüten [gefressen hat], wieviel [der Garten] vorher wert war und wieviel er nachher wert ist!?
י אמר רבינא כרוך ותני בד"א בזמן שאכלה לולבי גפנים ויחורי תאנים אבל אכלה סמדר פגין או בוסר רואין אותן כאילו ענבים עומדות ליבצר
10 Rabina erwiderte: Korrigiere es und lies wie folgt: Dies gilt nur von dem Falle, wenn es Ranken von Weinstöcken und Zweige von Feigenbäumen gefressen hat, wenn es aber Blüten, unreife Feigen oder unreife Trauben gefressen hat, so betrachte man sie als zum Winzern fertige Trauben. –
יא אי הכי ר"ש בן יהודה היינו רבי יהושע
11 Demnach sagt ja R. Šimo͑n b. Jehuda dasselbe, was R. Jehošua͑!? –
יב איכא בינייהו כחש גופנא ולא מסיימי
12 Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich der Kraftverminderung der Weinstöcke. Sie sind aber nicht bekannt.
יג אביי אמר מסיימי ומסיימי מאן תנא דחייש לכחש גופנא ר"ש בן יהודה היא דתניא ר"ש בן יהודה אומר משום ר"ש בן מנסיא אונס אינו משלם את הצער מפני שסופה להצטער תחת בעלה אמרו לו אינו דומה נבעלת ברצון לנבעלת באונס
13 Abajje sagte: Sie sind sehr wohl bekannt; der Autor, der die Kraftverminderung der Weinstöcke berücksichtigt, ist nämlich R. Šimo͑n b. Jehuda, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Jehuda sagt im Namen des R. Šimo͑n b. Menasja, der Notzüchter brauche kein Schmerzensgeld zu zahlen, weil sie diese Schmerzen später bei ihrem Ehemanne gehabt haben würde. Man erwiderte ihm: Die freiwillige Beschlafung ist nicht mit der gewaltsamen zu vergleichen.
יד אמר אביי הני תנאי ור"ש בן יהודה אמרו דבר אחד רבי שמעון בן יהודה הא דאמרן הני תנאי מאי היא
14 Abajje sagte: Jene Autoren und R. Šimo͑n b. Jehuda lehrten dasselbe. R. Šimo͑n b. Jehuda lehrte das, was wir eben angeführt haben, welche aber sind jene Autoren? –
טו דתניא רבי יוסי אומר נכי חיה בן עזאי אומר נכי מזונות
15 Es wird gelehrt: R. Jose sagt: abzüglich der Hebamme; Ben A͑zaj sagt: abzüglich der Pflege. Nach demjenigen, der abzüglich der Hebamme sagt, ist um so mehr die Pflege abzuziehen,
טז מ"ד נכי חיה כ"ש נכי מזונות ומ"ד נכי מזונות אבל נכי חיה לא דאמר ליה אתתא דידי פקיחא היא ולא מבעיא חיה
16 und nach demjenigen, der abzüglich der Pflege sagt, ist die Hebamme nicht abzuziehen, denn er kann sagen: meine Frau ist erfahren und braucht keine Hebamme.
יז רב פפא ורב הונא בריה דרב יהושע עבוד עובדא כוותיה דר"נ בששים
17 R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, trafen eine Entscheidung nach R. Naḥman: sechzigfach.
יח לישנא אחרינא רב פפא ורב הונא בריה דרב יהושע שמו דקלא אגב קטינא דארעא
18 Eine andere Lesart: R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, schätzten eine Dattelpalme nach dem Werte eines Stückes Boden.
יט והלכתא כוותיה דרב פפא ורב הונא בריה דרב יהושע בדקלא דארמאה והלכתא כוותיה דריש גלותא בדקלא פרסאה
19 Die Halakha ist bei einer aramäischen Dattelpalme nach R. Papa und R. Hona, dem Sohne des R. Jehošua͑, und bei einer persischen Dattelpalme nach dem Exilarchen zu entscheiden.
כ אליעזר זעירא
20 Elie͑zer der Kleine